Kratie

Heute Morgen sind wir wie gestern mit der Unterkunft in Phnom Penh um 6:30 Uhr von einem kleinen Minibus abgeholt worden und wurden zum Busbahnhof des Unternehmens "Phnom Penh Sorya" gebracht, welches Bustransfer zwischen den größten Städten Kambodschas anbietet. Die Fahrzeuge sind unterschiedlich groß, je nach Strecke und Preis den man bereit ist zu zahlen. Ein großer Bus ist zwar unter Umständen komfortabler obwohl er günstiger im Preis ist, jedoch braucht dieser bedingt durch Kambodschas Straßenverkehrsnetz länger als ein kleiner Minibus. In Kambodscha gibt es nur wenige Verkehrsschilder und keinerlei Ampeln. Zudem werden die wenigen Verkehrsregeln die es gibt weitestgehend ignoriert - somit ist beispielsweise nur festgelegt das Rechtsverkehr herrscht - ob sich daran strickt gehalten wird, darüber brauchen wir in Kambodscha nicht reden. Durch den chaotischen Verkehrsfluss sowie oftmals unbefestigte Straßenabschnitte (sogar auf den Hauptverkehrsstraßen) kommen große Fahrzeuge nur entsprechend langsam vorwärts.

Die Busfahrt hat somit für eine Strecke von rund 250km etwa 6 Stunden gedauert. Angesetzt ist diese Fahrt sogar auf durchschnittlich 7 Stunden, inkl. 1 kurzen Frühstückspause. 

Wir haben uns aufgrund des Preises für den großen Bus entschieden und die längere Fahrt in Kauf genommen.

 

Angekommen in Kratie haben wir uns von der Busstation zu Fuß auf den Weg zu unserer nächtlichen Unterkunft gemacht. Die Unterkunft "Le Tonle Guesthouse" ist kein gewöhnliches Guesthouse - im Gegenteil: Die Unterkunft bietet benachteiligten Straßenkindern und Jugendlichen eine Möglichkeit eine Ausbildung zu machen und die englische Sprache zu lernen um ihnen eine Basis für die Zukunft zu bieten. Die Zimmer sind liebevoll eingerichtet und komplett aus Holz über zwei Etagen angeordnet. Das Personal (quer durch die Bank junge Menschen ; bis max. 24 Jahre alt) ist sehr bemüht, zudem sprechen die meisten von ihnen verhältnismäßig prima und flüßig englisch und bieten einen Service der weit über ein "Guesthouse" hinaus geht. 

 

Nach dem Checkin haben wir uns sofort auf den Weg gemacht zum Mekongufer um von dort mit einem Boot auf den Mekong hinaus zu fahren um dort die Irrawaddydelphine (Flussdelphine) in freier Lebensbahn zu beobachten. Die Irrawaddydelphine sind eine Tierart die sich auf der roten Liste befindet. Es gibt nurnoch rund 30 Exemplare in ganz Kambodscha, welche alle samt in den Mekonggewässern rund um Kratie beheimatet sind. Für 9US$ pro Person fährt einer der Locals gerne mit einem bis in die Gewässer und verweilt dort einige Zeit mit seinen Passagieren um die Delphine zu sehen. Wir haben glücklicherweise einige gesehen, jedoch war es schwer die Tiere auf einem Foto festzuhalten, da man nie genau weiß wo die Tiere als nächstes an die Wasseroberfläche auftauchen um Luft zu holen. Sehr schönes Erlebnis. 

 

Auf dem Rückweg in die Stadt haben wir uns noch eine optisch skurile Spezialität dieser Region gekauft bei einem der kleinen Streetfoodstädte am Straßenrand: Krolan

Krolan ist ein Bambusrohr, welches mit Klebereis, Kokosmilch und süßen Bohnen befüllt wird. Anschließend wird das Bambusrohr luftdicht verschlossen und gekocht. Der Bambus ist so dünn geschnitten das er sich anschließend wir eine Banane schälen lässt und man an den Inhalt kommt. Schmeckt köstlich - gibt es nur in der Region um Kratie und wird nach Gewicht bezahlt (idR. kosten 300g ca. 1000 Riel = ~0,25US$)

 

Zurück in der Unterkunft haben wir unser Busticket für die Fahrt nach Siem Reap für morgen früh gekauft. Anschließend noch gegessen, unsere Sachen zusammen gepackt und den Abend gemütlich ausklingen lassen.