Phnom Penh

Nach einem 24-stündigen Flug inkl. Zwischenstopp in Dubai und Yangon sind wir endlich in Phnom Penh angekommen. Der Flughafen ist nicht sonderlich groß, was die Orientierung erheblich erleichtert. Als aller erstes wird man direkt zum "Visa on Arrival"  geschickt. Dieses Visum ist 30 Tage lang gültig und kostet 30US$ pro Person - aber Achtung: ihr braucht ein Passbild, Da wir unserer Vergessen hatten, haben wir einen Aufpreis von 3US$ pro Person gezahlt, damit das Bild des Passes eingescannt wird. 

 Von unserem Hostel "19 Happy House 2 Hostel" (mehr zu der Unterkunft später) wurden wir spät Abends am Flughafen abgeholt. Falls Unterkünfte keinen Abholservice anbieten, findet man am Flughafen aber jede Menge unabhängige TukTuk  Fahrer die sich sehr über Kundschaft freuen.  Die Fahrten kosten nur wenige US$ auch vom Flughafen aus.

Da wir erst gegen Mitternacht im Hostel eingechecked sind, haben wir somit erstmal den Schlaf der letzten Tage nachgeholt.

 

Der erste frühe Morgen in Kambodscha:

Möglichkeiten für sein Frühstück findet man genügend - viele kleine Streetfoodstände als auch einige Imbisse sowie die vielen kleinen und großen lokalen Märkte bieten bereits in der frühen Morgenstunde ausreichend Vielfalt. Wir haben uns zunächst mit exotischen (zumindest für uns Deutsche "exotisch") eingedeckt. Jackfruit, Rambutan (eine Art Lychee) und Mangostane haben wir auf einem der kleinen Lokalmärkte bekommen der fußläufig von unserer Unterkunft erreichbar war. Gesättigt haben wir uns anschließend auf den Weg gemacht zum "Royale Palace" - bei welchem wir leider vor verschlossenen Toren standen. Der Tempel hat nur in 2 Intervallen am Tag geöffnet. Von 07:00 - 10:00 Uhr und von 14:00 - 17:00 Uhr.

Somit stand ein spontaner Programmwechsel auf dem Plan: Zuerst die Besichtigung von "Wat Phnom" - die höchstgelegende religiöse Einrichtung der Stadt - da sich diese auf einem Hügel befindet. 

Von dort haben wir uns zum Zentralmarkt "Phsar Thmei" von Phnom Penh bewegt, welche sich zum teil in einem Indoor-Bereich befindet. In der riesigen Markthalle findet man alles erdenkliche an Schmuck, Accessoires und Kleidung. Außerhalb der Markthalle bzw. um die Halle herum befinden sich ebenfalls Stände, inkl. einem großen Bereich mit kleinen Garküchen die verschiedene Gerichte anbieten. Zwischen den Garküchen befinden sich massig Verkäufer die Fleisch, Fisch, sämtliche Gemüsesorten sowie eine riesige Auswahl an Obst verkaufen.

Anschließend konnten wir dann noch zum Independence Monument und danach uns endlich den Königspalast (Royal Palace) und die sich daneben befindende Silberpagode (Silverpagode) angucken. Der Eintritt kostet 10,25US$ pro Person. Es ist ein riesiger Komplex auf dem sich neben den zwei Hauptgebäuden noch viele weitere kleine unscheinbare Tempel und Statuen befinden. Zum Betreten der Anlage ist es Pflicht lange Bekleidung sowie Oberteile die, die Schultern bedecken zu tragen. Kappen. Hüte etc. sind ebenfalls nicht  erlaubt. Fotos sind in den Außenanlagen erlaubt, in den religiösen Einrichtungen wie den Tempeln ist die Aufnahme von Fotos verboten. Zudem müssen Schuhe ausgezogen werden wenn man die Tempelanlagen betreten möchte - Flipflops o.Ä. sind also von Vorteil!

Nach der Begehung des Königspalasts und der Silberpagode haben wir uns zunächst auf ein kaltes Getränk ins Hostel zurück gezogen. Die Sonne war heute drückend heiß und durch die herrschende Regenzeit herrscht eine hohe Luftfeuchtigkeit im gesamten Land, welche bei dieser Hitze wie heute noch unerträglicher wirkt. 

Gegen Nachmittag haben wir uns dann von einem überaus freundlichen TukTuk-Fahrer zur sogenannten "Aeon-Mall" fahren lassen um die "andere" Seite von Phnom Penh, jene Seite die nicht an der Armutsgrenze lebt, zu sehen. Die "Aeon-Mall" ist eine der größten Malls im Land und kommt einer typgerechten asiatischen Mall nahe - wie man sie u.U. aus Japan, China oder Malaysia kennt. Viele bunte Leuchtreklamen, Boutiquen und Elektronikgeschäfte. Wofür diese Mall in einer Stadt wie Phnom Penh erbaut wurde ist schnell ersichtlich wenn man sich ins Innere bewegt: der Großteil des dort herrschenden Publikums besteht aus Touristen - was vermutlich auf die dort herrschenden Preise und das Einkommen der Khmer zurückzuführen ist. 

Lediglich im unteren Teil befindet sich eine riesige "Food-Meile". Viele Garküchen, Imbisse und Restaurants nebeneinander. Von teuer bis zu günstigen Gerichten ist fast alles vertreten. Wir haben uns zu den wenigen Einheimischen (diese wissen ja idR, am besten wo das Essen gut + günstig ist), welche sich in der Mall befunden haben, gesellt und uns unsere "warme Mahlzeit" von der hauseigenen (Aeon) Foodcourt-Garküche gegönnt. Gebratenen Reis mit Meeresfrüchten sowie gebratene Nudeln mit Gemüse gegönnt. Sehr zu empfehlen bei Preisen von durchschnittlich 1-2US$ pro Gericht. 

Zum Nachtisch haben wir uns noch eine kleine Schale "Crickets" (Insekt: Heimchen) in gebratener und in Zucker eingelegter Form gegönnt. Schmeck wie Popcorn - nur besser!

 

Morgen früh geht es dann weiter nach Kratie. Das  Busticket haben wir günstig über unsere Unterkunft bekommen, die mit Phnom Penh Sorya zusammenarbeiten, Die 7-stündige Busfahrt kostet inkl. Pick Up Service 26US$ für uns  beide zusammen.

 

Um auf die Unterkunft zurück zu kommen: Wir haben viele negative Dinge als auch positive Dinge über diese Unterkunft, im Vorfeld an unsere Reise, gelesen. Abgesehen vom Lärmpegel in der Nacht können wir die negativen Punkte nicht bestätigen. Das Personal ist durchaus freundlich, die Atmosphäre ist für die hier herrschenden gesellschaftlichen Verhältnisse prima. Die Wände in der Lounge sind mit Liebe (und Edding!) von den Backpackern welche hier übernachten dekoriert und gestaltet worden. Ein Pool-Billardtisch steht zur freien Verfügung. Das Hostel hat guten Kontakt zu einigen Tuktuk-Fahrern die für deren Kundschaft auch ganze Tagestouren zum normalen Preis machen - nur das man in diesem Fall sicherer sein kann, das der Tuktuk-Fahrer nach dem ersten Stop noch dort steht wo es vereinbart wurde. Wir sind mit einem dieser Fahrer zur Aeon-Mall gefahren - haben ihn sogar zum Essen und auf einen frischen Sugar-Cane-Saft eingeladen: so herzlich hat sich selten jemand bei uns bedankt! Da geht einem das Herz auf.

 

 

 

Kratie

Heute Morgen sind wir wie gestern mit der Unterkunft in Phnom Penh um 6:30 Uhr von einem kleinen Minibus abgeholt worden und wurden zum Busbahnhof des Unternehmens "Phnom Penh Sorya" gebracht, welches Bustransfer zwischen den größten Städten Kambodschas anbietet. Die Fahrzeuge sind unterschiedlich groß, je nach Strecke und Preis den man bereit ist zu zahlen. Ein großer Bus ist zwar unter Umständen komfortabler obwohl er günstiger im Preis ist, jedoch braucht dieser bedingt durch Kambodschas Straßenverkehrsnetz länger als ein kleiner Minibus. In Kambodscha gibt es nur wenige Verkehrsschilder und keinerlei Ampeln. Zudem werden die wenigen Verkehrsregeln die es gibt weitestgehend ignoriert - somit ist beispielsweise nur festgelegt das Rechtsverkehr herrscht - ob sich daran strickt gehalten wird, darüber brauchen wir in Kambodscha nicht reden. Durch den chaotischen Verkehrsfluss sowie oftmals unbefestigte Straßenabschnitte (sogar auf den Hauptverkehrsstraßen) kommen große Fahrzeuge nur entsprechend langsam vorwärts.

Die Busfahrt hat somit für eine Strecke von rund 250km etwa 6 Stunden gedauert. Angesetzt ist diese Fahrt sogar auf durchschnittlich 7 Stunden, inkl. 1 kurzen Frühstückspause. 

Wir haben uns aufgrund des Preises für den großen Bus entschieden und die längere Fahrt in Kauf genommen.

 

Angekommen in Kratie haben wir uns von der Busstation zu Fuß auf den Weg zu unserer nächtlichen Unterkunft gemacht. Die Unterkunft "Le Tonle Guesthouse" ist kein gewöhnliches Guesthouse - im Gegenteil: Die Unterkunft bietet benachteiligten Straßenkindern und Jugendlichen eine Möglichkeit eine Ausbildung zu machen und die englische Sprache zu lernen um ihnen eine Basis für die Zukunft zu bieten. Die Zimmer sind liebevoll eingerichtet und komplett aus Holz über zwei Etagen angeordnet. Das Personal (quer durch die Bank junge Menschen ; bis max. 24 Jahre alt) ist sehr bemüht, zudem sprechen die meisten von ihnen verhältnismäßig prima und fließend Englisch und bieten einen Service der weit über ein "Guesthouse" hinaus geht. 

 

Nach dem Checkin haben wir uns sofort auf den Weg gemacht zum Mekongufer um von dort mit einem Boot auf den Mekong hinaus zu fahren um dort die Irrawaddydelphine (Flussdelphine) in freier Lebensbahn zu beobachten. Die Irrawaddydelphine sind eine Tierart die sich auf der roten Liste befindet. Es gibt nur noch rund 30 Exemplare in ganz Kambodscha, welche alle samt in den Mekonggewässern rund um Kratie beheimatet sind. Für 9US$ pro Person fährt einer der Locals gerne mit einem bis in die Gewässer und verweilt dort einige Zeit mit seinen Passagieren um die Delphine zu sehen. Wir haben glücklicherweise einige gesehen, jedoch war es schwer die Tiere auf einem Foto festzuhalten, da man nie genau weiß wo die Tiere als nächstes an die Wasseroberfläche auftauchen um Luft zu holen. Sehr schönes Erlebnis. 

 

Auf dem Rückweg in die Stadt haben wir uns noch eine optisch skurile Spezialität dieser Region gekauft bei einem der kleinen Streetfoodstädte am Straßenrand: Krolan

Krolan ist ein Bambusrohr, welches mit Klebereis, Kokosmilch und süßen Bohnen befüllt wird. Anschließend wird das Bambusrohr luftdicht verschlossen und gekocht. Der Bambus ist so dünn geschnitten das er sich anschließend wir eine Banane schälen lässt und man an den Inhalt kommt. Schmeckt köstlich - gibt es nur in der Region um Kratie und wird nach Gewicht bezahlt (idR. kosten 300g ca. 1000 Riel = ~0,25US$)

 

Zurück in der Unterkunft haben wir unser Busticket für die Fahrt nach Siem Reap für morgen früh gekauft. Anschließend noch gegessen, unsere Sachen zusammen gepackt und den Abend gemütlich ausklingen lassen.

Siem Reap

Tag 1

Nach einer 7 1/2 - stündigen Busfahrt von Kratie sind wir endlich in Siem Reap angekommen. Bei der heutigen Fahrt haben wir uns diesmal für einen Minibus entschieden, da er schneller und günstiger sein sollte. In unserem Minibus (ähnlich wie  Mercedes Vito oder VW T5)  waren es 12 Sitzplätze (+2 Fahrerplätze), in Wirklichkeit wurde der Bus mit 25 Personen beladen + Gepäck. Alles was nicht rein gepasst hat, wurde via Seil hinten am Kofferraum festgebunden. Durch den chronischen Platzmangel, war die Fahrt recht anstrengend und unkomfortabel. Beim nächsten mal würden wir wieder mit einer großen Busgesellschaft fahren.

 

In Siem Reap angekommen sind wir dann noch ca. 2,5 km bis zur unserer Unterkunft: Kanak Angkor Boutique gelaufen. In unserer Unterkunft wurden wir dann herzlich empfangen und haben uns erstmal kurz entspannt und die Klimaanlage genossen. Danach sind wir Essen gegangen und haben endlich das traditionelle Landesgericht "Amok" gefunden und direkt ausprobiert. Es ist sehr lecker und wird mit Bambusblätter und Reis serviert. Zusätzlich stand auf der Karte "Khmer Dessert", das haben wir auch direkt noch dazu genommen. Das war gefüllter sticky-rice mit Kokosnusssoße und viel Zucker. Sehr süß, aber unglaublich lecker!

Anschließend haben wir uns auf dem Weg zum "Angkor Night Market" gemacht. Es ist wie überall auch ein typischer Nachtmarkt. Allerdings gibt es nicht Reihe an Reihe Essensstände, sondern Souvenirs, Bekleidung und Massage. Auch wir haben uns von den zahlreichen Massagesalons die Füße massieren lassen. Aber von Fischen! Diese 30-Minütige Fischspa Massage hat inkl. Freigetränk nur 2$ pro Person gekostet.

 

Da es dann schon um 19Uhr dunkel war, sind wir zurück ins Hostel gegangen. Was wir morgen in Sieam Reap machen, ist noch nicht sicher, wir machen uns aber keinen Stress, da wir 4 Tage Aufenthalt hier haben.


Tag 2

Leider konnten wir gestern Abend keinen Bericht mehr schreiben, da es uns beiden nicht wirklich gut geht. Durchfall und Übelkeit haben uns heimgesucht, woher - darüber lässt sich spekulieren da wir eig. unter dem bekannten Grundsatz "Cook it, boil it, peel it or forget it" vorgehen wenn es um Nahrung geht. Unsere Kohletabletten helfen leider nicht. Die Südostasiatischen Länder sind jedoch glücklicherweise mit Apotheken gut bestückt und hochdosierte Medikamente sind für deutsche Verhältnise günstig zu haben. So kostete uns eine Packung (20 Stück) Loperamid 2mg knappe 0,30US$.

Dennoch haben wir aus dem Tag das beste gemacht und sind früh morgens zum "Phsar Chas" (The Old Market) aufgebrochen der nur wenige Minuten Fußweg von unserer Unterkunft entfernt ist. Dort werden tagsüber in erster Linie die üblichen Souvenirs, Schmuck, Kleidung und Alltagsgegenstände verkauft. Morgens bieten die Marktfrauen im Inneren der Halle jedoch frisches Obst, Gemüse, Fisch und Fleisch an, weshalb wir am frühen Morgen dort sein wollten.

Die Gänge in den Markthallen sind ziemlich eng und typisch unübersichtlich. Die angebotene Ware ist nichts für schwache europäische Gemüter, so werden beispielsweise neben ganzen, gerupften Hühnern auch komplette Köpfe von unterschiedlichen Tieren sowie lebende Schildkröten und Schlangen verkauft. Wir haben uns mit Früchten eingedeckt und sind im Anschluß von dort zu den Kunsthandwerkerhallen von "Artisans d'Angkor" gegangen.

Bei "Artisans d'Angkor" werden verschiedene Dinge in präziser Handarbeit hergestellt. Etwa das Schnitzen von komplexen Holzfiguren, meißeln von Steinskulpturen bis zum weben von Seidetüchern. Der Unterschied zu anderen Unternehmen die solche Dinge anfertigen: Hier kann jeder die offenen Werkstätten betreten und den Verarbeitungsweg von den genutzen Materialen beobachten. Die Menschen die dort arbeiten sind allesamt offen und freundlich, so darf man auch gerne mal eine Frage stellen - welche idR. so gut es geht (leider mangelt es hier und dort wie überall in Kambodscha an Englischkentnissen) beantwortet wird. 

Die angefertigte Ware wird über einen Onlinestore und einen angebundenen Shop an die Werkstätten und einem weiten in Phnom Penh vertrieben bei deren Erlös laut dem Unternehmen selber nur 20% ans Unternehmen und die restlichen 80% an die Kunsthandwerker selber gehen. 

Artisans d'Angkor besitzt eine eigene Seidenfarm im Umland von Siem Reap, wo die produzierte Seide auch direkt verarbeitet wird. Das Unternehmen stellt von den Workshops in Siem Reap einen kostenfreien Shuttlebus zu ihren Seidenfarmen, welcher zwei mal täglich abfährt (Anmeldung ist notwendig! Online oder in den Workshops selber).

Wir haben auf der Seidenfarm zudem eine kostenlose Führung bekommen in welcher uns der gesamte Verarbeitungsprozess (vom Anbau von Maulbeerbäumen, über die Zucht von Seidenraupen, Gewinnung von Seide aus den Kokons, verschiedene Prozesse zur Herstellung von gleichmäßigen Fasern, bis hin zum Bleichen, Färben und dem Weben von verschiedenen Produkten) erklärt und gezeigt wurde. Auch hier sind die (in diesem Fall fast ausschließlich Frauen) Mitarbeiterinen die vor Ort die Tätigkeiten verrichten sehr freundlich und hilfsbereit gewesen wenn man noch offene Fragen hatte. 

Insgesamt war der Ausflug interessant, da man dort gesehen hat mit welch einfachen Mitteln und ausgetüftelten Systemen und Geräten die Menschen dort wirklich tolle Dinge hergestellt haben - und all das komplett ohne elektrische Maschinen.

Anschließend sind wir noch in einer Garküche essen gegangen und haben den Abend gemütlich ausklingen lassen.


Tag 3

Angkor. Die Region mit ihren unzähligen historischen Bauten nahe Siem Reap. Das Zentrum des historischen Khmer-Königreichs "Kabuja" im 9. - 15. Jahrhundert. Auf der rund 200km² großen Fläche wurden bis heute rund 1000 Tempel und Heiligtümer entdeckt. 

Heute haben wir endlich unseren Ausflug in die Region Angkor gemacht. Da die einzelnen Tempel und Bauwerke oftmals sehr weit voneinander entfernt sind, ist die Begehung kaum zu Fuß machbar. Die gängisten Methoden diese Strecken zurück zu legen sind Motorroller, Motoradtaxis, TukTuks oder Vans (letzteres wird idR. von Agenturen genutzt). Wir haben uns über den Besitzer unseres Hostels einen TukTuk-Fahrer organisiert. Für einen ganzen Tag zahlt man durchschnittlich 15US$. 

Wir haben uns um 7:45 Uhr mit unserem Fahrer getroffen und sind zunächst zum Ticketschalter gefahren, welcher auf der Zufahrtsstraße zur Angkor-Region liegt. Dort muss man als "Nicht-Khmer" einen sog. Tempelpass kaufen. Der Tempelpass gibt es für 1, 3 und 7 Tage und kostet zwischen 37 und 120US$ pro Person. Wir haben lediglich den 1-Tages Pass genommen für 37US$ p.P. 

Die Pässe sind mit einem Foto (dieses wird beim Verkauf gemacht) versehen, weshalb man den Tempelpass wirklich nur an der offiziellen Verkaufsstelle kaufen sollte und nicht von dritten. Auf dem Gelände wird man immer wieder angesprochen und zum Vorzeigen des Passes aufgefordert und das abgebildete Bild mit der Person abgeglichen. 

Wir haben unsere Tour beim wohl bekanntesten Tempel der Welt angefangen und zudem dem größten der gesamten Angkor-Region. Angkor Wat. Vermutlich ist Angkor Wat jenes Bauwerk das viele mit Kambodscha in Verbindung bringen würden. Zu dieser Uhrzeit waren schon viele Touristen vor Ort - für unseren Geschmack leider zuviele. Die meisten stammen aus China und Japan und reisen mit großen Gruppen an. 

Dadurch muss man leider öfters warten um einen guten Schnappschuss mit der Kamera machen zu können, auf dem nicht lauter fremde Köpfe zu sehen sind. Alles in allem ist die Anlage gut erhalten, die Bereiche in denen man sich bewegen darf sind klar gekennzeichnet und ausgeschildert. Da bei fast allen Bauwerken noch Restaurierungsarbeiten durchgeführt werden sind einige Bereiche oder Flügel oder Gänge gesperrt.

Von Angkor Wat ging es weiter nach Angkor Thom wo unter anderem der bekannten Tempel Bayon steht.

Bayon ist ebenfalls einer der bekannten Tempel dieser Welt. Nicht nur durch seine vielen (insgesamt rund 200), bis zu 7 Meter hohe, in Stein gemeißelten Gesichter hebt er sich von den anderen Tempelanlagen ab. Ungewöhnlich für einen Tempel dieser größe ist die fehlende Mauer die den Tempel umgibt.

Angkor Thom hat noch einige andere Bauwerke zu bieten, da es sich dabei um quasi eine ganze, historische Stadt handelt.

Besonders gut gefallen hat uns der aufgegebene Gebäudekomplex "Ta Prohm". Bei den Restaurierungsarbeiten wurde die Anlage soweit in ihrem vorgefundenen Zustand belassen. Das Bauwerk wurde lediglich soweit abgesichert, das eine Begehung von Besuchern gefahrlos möglich ist. Beeindruckend ist hier der Anblick wie teilweise ganze Gebäudeteile und Mauern von Würgefeigen und Tetrameles nudiflora (große, baumartige Pflanzen innerhalb der Ordnung der Kürbisartigen) wahrlich verschlungen werden.

 

Nach der Tour durch Angkor haben wir uns eine Mahlzeit gegönnt, Elektrolyt-Lösung gegen den Durchfall hergestellt und den Ausflug zum Tonle Sap für Morgen geplant.

 


Tag 4

Heute haben wir uns zum größten See Südostasiens begeben - dem "Tonle Sap". Der Tonle Sap hat einige Besonderheiten, so ist seine Fläche in der Regenzeit ca. 5 mal so groß wie in der Trockenzeit. Der Wasserpegel steigt von ca. 2m Wassertiefe auf bis zu 15m Wassertiefe. Der hohe Wasseranstieg kommt zudem nicht nur aus den Niederschlägen der Regenzeit sondern zudem auch noch aus dem Tauwasser des Himalaja-Gebirges welches in den Mekong fließt. Durch diese Gegebenheiten wechselt der Tonle Sap seine Strömungsrichtung. 

In der Regenzeit ist der See die Fischfanghochburg Kambodschas da rund 50% des Landesbedarfs durch ihn gedeckt werden. Während der Trockenzeit sind weite Teile der Fläche so trocken das dort Reis auf großen Feldern angebaut wird. 

Das Außergewöhnlichste am Tonle Sap sind jedoch seine Bewohner. Auf dem See gibt es rund 50 Siedlungen die die Heimat für rund 1 Millionen Menschen darstellen. Die Häuser dieser Siedlungen schwimmen entweder auf leeren Ölfässern oder Bambusrohren oder stehen auf meterhohen Stelzen/Pfählen, welche in den festen Boden des Sees verankert wurden. Viele der Bewohner in diesen Siedlungen sind vitnamesischem Ursprung und haben die Siedlungen auf dem Wasser erschaffen da in Kambodscha nur Khmer eigenes Land besitzen und erwerben dürfen. 

Wir haben eine Tagestour über die Onlineplatform vom Unternehmen "Tara Boat" organisiert. Tara Boat ist der größte Schiffsfahranbieter auf dem Tonle Sap und bietet zwischen kleinen Tagesausflügen auch den Personenverkehr in der Regenzeit (da der Tonle Sap nur dann genug Wasser hält) zwischen den größten Städten Kambodschas.

Wir wurden um 8:20 Uhr von einem PKW an unserer Unterkunft abgeholt - zu unserer Verwunderung, da die meisten Touren durch Agenturen in Südostasien zumeist mit einem Van oder Minibus durchgeführt werden, da oftmals mehrere Leute unabhänig voneinander an diesen Touren teilnehmen. Der junge Khmer der auf dem Beifahrersitz saß sprach sehr gut Englisch und hat uns aufgeklärt das wir die einzigen an diesem Tag seien und deshalb das Glück haben mit ihm alleine den Ausflug zu machen. Perfekt. Wir haben am Vortag bei der Planung einige der "schwimmenen Dörfer" im Blick gehabt, haben uns dann jedoch für das Dorf "Kompong Phluk" entschieden, da dieses ein wenig weiter von Siem Reap entfernt liegt und nicht all zuviele Touristen bis dort kommen sollen.

 

Eine etwa 40 min. lange Autofahrt über staubige, unbefestigte Straßen. Entlang an einem künstlich angelegen Kanal auf dem Einheimische mit kleinen Holzbooten Alltagsgüter transportierten. Vorbei an Wasserbüffelweiden, bis wir letzendlich am Pier angekommen waren. 

Wir sind in ein kleines, altes Holzboot umgestiegen, welches von einem lokalen Fahrer gesteuert wurde. Die Technik sah nicht sehr zuverlässig aus, jedoch machte der alte Mann den Anschein das er genau wisse was er tue. Das Holzboot hatte 6 kleine Holzstühle und einen verdammt lauten Motor. Rund 30min. sind wir bis Kompong Phluk mit dem Boot gefahren. Direkt am Ortseingang steht eine eigene Polizeiwache und eine kleine Schule - ebenfalls auf meterhohen Stelzen und von Wasser umgeben. Zu dieser Jahreszeit beträgt die Wassertiefe rund 7-8 Meter, wodurch nurnoch an kleinen Stellen die Fortbewegung zu Fuß möglich ist. Die Schule wird hier schon von den jüngsten mit dem Boot besucht zu dieser Jahreszeit.

Am Stadtzentrum angekommen hat das Boot angelegt und wir sind mit dem jungen Khmer an Land gegangen. Dieser hat uns durch die "Straßen" die noch zu Fuß passierbar sind geführt und uns einiges über das Leben in diesen Dörfern erzählt und erklärt. Neben der religiösen Einrichtung der Stadt (in welcher sogar buddhistische Mönche lebten) haben die wir örtliche Grundschule und eine weitere Schule nur für Englischunterricht passiert. Die Kinder die im Englischunterricht saßen waren total begeistert von uns und haben uns in ihren offenen Klassenraum eingeladen und uns Fragen gestellt. Einige wollten sogar ein Foto mit Jenny zusammen machen und haben gefragt ob sie sie einmal umarmen dürfen. Süß.

Im Anschluß sind wir wieder zum Boot gegangen (über zwei nebeneinander gespannte Holzplanken zwischen Bambusrohren) und haben unsere Reise zu einem kleinen "schwimmenden Haus" fortgesetzt. Dort sind wir in ein kleines Boot umgestiegen, welches von einer alten Frau geschickt durch einen Mangrovenwald gerudert wurde. 

Wieder angekommen an dem schwimmenden Haus sind wir zurück in unser Boot und sind hinaus auf den offenen See gefahren um dort einen Eindruck zu bekommen wie groß der See ist. Am Horizont kann man ehrlich gesagt nicht sehen das es sich um einen See handelt - es könnte sich ebenso um ein Meer handeln da am Horizont absolut kein Land zu sehen war. Einfach riesig.

Anschlißened haben wir uns auf den Rückweg gemacht, vorbei an Fisch- & Krokodilfarmen der Einheimischen in Kompong Phluk.

 

Morgen reisen wir von Siem Reap nach Battambang, übernachten dort jedoch nicht, sondern reisen am Abend gleich weiter nach Shihanoukville um von dort mit der Fähre nach Koh Rong Samloem zu fahren, wo wir dann die nächsten 4 Tage verbringen werden.

Hier noch 2 kurze Videos von der Siedlung und dem Mangrovenwald

Battambang

Heute Morgen haben wir den Bus von Siem Reap nach Battambang, welches im Osten Kambodschas liegt, genommen. Wie schon oft von anderen Reisenden gehört und gelesen, war die Busgesellschaft auch bei uns diesmal unpünktlich - so sind wir erst um 10:10 Uhr anstatt wie geplant um 9:30 Uhr abgefahren. Klar, es geht sich nur um 40 Minuten, da wir jedoch heute Abend bereits aus Battambang wieder weiter nach Shihanoukville und von dort nach Koh Rong Samloem weiterreisen wollen, ist dies eine Menge Zeit. 

Wir sind hauptsächlich für den Bambootrain (Bambuszug) nach Battambang gereist, welcher unser Interesse in einem anderen Reisebericht geweckt hatte. Der Bambuszug verbindet zwei Orte miteinander, welche 7km auseinander liegen. So einfach wie der Name Bambuszug klingt... ja soeinfach ist er auch gebaut: Schienen eines Zuges, 2 Achsen, 1 Motor mit 6PS und eine Bambusplattform die auf die Achsen aufgelegt wird. Auf den Schienen fährt der Verkehr in beide Richtungen, treffen zwei Züge aufeinander, muss der Zug "abgebaut" werden und Platz machen der weniger Personen oder Last geladen hat.

Zuerst waren wir unsicher ob die geplante Tour heute stattfinden kann, denn kurz nachdem wir in Battambang angekommen sind hat es angefangen zu regnen und der Himmel hat sich soweit man schauen konnte zugezogen. Der erste Regen seit Phnom Penh! Obwohl Regenzeit ist!

Wir wurden jedoch von den Locals beruhigt, welche uns zusicherten das wenn es in der Stadt regnet, der Bereich vom Bambootrain trocken bleibt. Die Locals werden es wohl am besten wissen - also haben wir einen TukTuk Fahrer bezahlt um uns zur oberen Station zu bringen. 

Man zahlt als Tourist 5US$ pro Fahrt, wobei eine Fahrt als Hin-&Rückweg gewertet wird. Die Fahrt dauert insgesamt rund 15min pro Strecke, hängt jedoch auch stark davon ab ob man auf Gegenverkehr trifft und ob man in diesen Fällen seinen Zug abbauen muss. 

Da wir leider nur zu zweit waren mussten wir zeitweise unsere Plattform abbauen und ganze 6 Wagons passieren lassen, welche rund 1min. voneinander entfernt an uns vorbeirauschten.

An der unteren Station befinden sich heute unmittelbar an dem Gleis einige kleine Hütten, welche in heutiger Zeit für die Touristen errichtet wurden. Man kann allerlei Souvenirs kaufen... wie fast überall. Nach rund 5-10 Minuten, wird der Zug gedreht und man fährt die Strecke wieder zurück.

Erbaut wurde der Bambuszug schon vor rund 30 Jahren von den dort einheimischen Leuten, welche über den Zugverkehr Güter von Dorf A nach B transportiert haben. Nachdem nun eine neue Eisenbahnstrecke gebaut werden soll (der großteil von Kambodscha besitzt keine Zuganbindung), soll die Strecke des Bambuszugs nach all den Jahrzehnten weichen. 

 

Heute Nacht fahren wir mit einem Nacht-Schlafbus nach Shihanoukville im Süden Kambodschas um von dort morgen Vormittag die Fähre zu nehmen welche uns nach Koh Rong Samloem bringen soll.

 

Hier noch ein kurzes Video vom Bambootrain in Aktion

Koh Rong Samloem

Vorgestern Abend, am selben Tag an dem wir in Battambang angekommen sind, sind wir Abends bereits wieder von dort abgereist und haben einen Nachtschlafbus nach Sihanoukville, welches im Süden des Landes liegt genommen. Wir waren uns zunächst unsicher was es mit diesem "Schlafbus" auf sich hat, sind jetzt jedoch sehr positiv davon überrascht. Der Bus besitzt keine Sitze, sondern lediglich kleine Schlafabteile von denen jeweils 2 übereinander wie bei einem Hochbett angeordnet sind und welche sich mit einem Vorhang zum Gang "verdecken" lassen. Eine Schlafkabine besitzt Platz für 2 Personen nebeneinander, da sie rund 1,10m breit ist. Die Länge wird den meisten Europäern vermutlich größere Probleme bereiten als uns, da die Schlaffläche nur rund 1,75 - 1,80m lang ist. Zudem besitzt jedes Abteil eine Decke, 2 Kissen, eine eigene Klimaanlage, Leselicht sowie 220V Steckdosen. Wir fanden die Fahrt über Nacht mit dem Bus der Gesellschaft "TSS" nach Phnom Penh super angenehm und konnten wirklich besser als erwartet schlafen.

In Phnom Penh sind wir gegen 5 Uhr am Morgen angekommen und sind von dort mit einem sogenannten "VIP Bus" weiter nach Sihanoukville gefahren. Der Name "VIP Bus" lässt auf hohen Komfort hoffen und man erwartet jede Menge Touristen welche diesen Bus nehmen... jedoch handelt es sich lediglich um einen Minibus der zwar wirklich bequemere Sitze als ein gewöhnlicher Minibus hat, inbesondere aber einen leistungsfähigeren Motor hat mit dem man teilweise sogar in den Verkehrsruhigen Bereichen ohne viel Gegenverkehr mit 120km/h anstatt den üblichen ~40km/h unterwegs ist. Man kommt also schneller an sein Ziel. Wir waren die einzigen Touristen auf beiden Fahrten und haben für die gesamte Fahrt von Battambang nach Sihanoukville 15$ p.P gezahlt.

Am Ortseingang von Sihanoukville sind wir auf eine uns bereits bekannte Maschen gestoßen (siehe Reisebericht Indonesien Probolingo/Cemoro Lawang/Bromo) bei welchem versucht wird die touristischen Passagiere an einem falschen Ort abzusetzen damit diese bei Reiseagenturen vor Ort überteuerte Preise zahlen für den Weitertransport. Mit gebrochenem Englisch wie "this is Sihanoukville" oder "this is end. No bus. Sihanoukville sir." wird auch hier am Ortseingang an einer TELA Tankstelle direkt hinter dem National Highway die Touristen abzusetzen. Natürlich warten direkt gierige TukTuk Fahrer, Taxifahrer und Angestellte von Reiseagenturen darauf die Leute in Empfang zu nehmen. Wir haben den Busfahrer freundlich drauf hingewiesen das er die Türe schließen kann und bis zur richtigen Haltestelle fahren kann (die Busagenturen fahren idR immer zu ihren eigenen Filialen die dementsprechend ausgeschildert sind).

Das hat er dann auch getan und ist weitere 7km bis zur richtigen Station gefahren - man kanns ja mal versuchen ;-)

 

Wir haben die Speedbootfähre von "Buva Sea" genommen, welche rund 30 Minuten bis zu den Inseln Koh Rong und Koh Rong Samloem braucht. Die Fähren fahren mehrfach am Tag, sollte man wie wie zu einer anderen Anlegestelle als den Hauptpiers der Inseln wollen, muss man dies vorher beim Check-In-Schalter der Fähre sagen, da die Fähren sonst nur die 'Saracen Bay' auf Koh Rong Samloem und das 'Dive Center' auf Koh Rong ansteuert. Wir wollten zur 'M'Pai Bay' die auf der anderen Seite der Insel liegt, da sich die Ecke als "Geheimtipp" zum Schnorcheln und Entspannen in anderen Reiseberichten hält. In der Saracen Bay sollen im Laufe der letzten Jahre viele Resorts entstanden sein, was dazu führt das dieser Teil der Insel mit dem traditionellen Khmer-Leben nichts mehr zu tun hat. In der M'Pai Bay sollte es hingegen noch klassische Fischer geben und das Insel-Leben noch recht ruhig zugehen.

Die Fähre konnte wegen dem starken Unwetter leider die M'Pai Bay nicht ansteuern, hat uns allerdings an der nächsten Anlegestelle abgesetzt. Etwa 20 Minuten Fußmarsch am Strand entlang bis in das kleine Fischerdorf am Ende der Küste. Angekommen fallen einem zwischen den traditionellen Holz- und Palmwedelhütten einige gemauerte Gebäude ins Auge in denen sogar Beton beim Bau zum Einsatz gekommen ist. Ein Blick ins innere dieser Gebäude verrät einiges: mit Tradition hat dies nix zu tun. Europäer und Australier stehen in diesen Gebäuden, welche sich als Guesthouse mit angeknüpftem Restaurant im Erdgeschoss entpuppen, hinter der Herdplatte und hinter dem Tresen. Aussteiger die hier versuchen ihre Existenz aufzubauen, inmitten von einheimischen Khmer die dem Fischfang nachgehen. Die zum Teil sehr modern und im westlichen Stil erbauten Unterkünfte ziehen dementsprechend in den vergangenen Jahren immer mehr typische Pauschaltouristen auf die Insel - und mit Ihnen den Müll da viele von Ihnen nicht auf die westliche Küche verzichten können oder wollen. In einigen Läden bekommt man lediglich Gerichte wie Burger, Pizza, Pasta und Wraps - da äußerste Gegenteil der suppen- und reisgerichthaltigen Küche Kambodschas. Einige Zutaten müssen dementsprechend in üblicher und bekannter Kunststoffpackung importiert werden, welche durch eine mangelnde Müllentsorgung irgendwo in der Natur landet. Schade eigentlich.

In unserer Unterkunft angekommen, welche sich "Lazy Bones" nennt, empfängt uns ein kleiner, freundlicher Mann der sich wie sich im Laufe des ersten Gesprächs herausstellt ursprünglich aus Kanada kommt. Die Unterkunft ist recht simpel gehalten, Holzhäuser mit Dächern aus Palmwedeln. Wie erwartet und erhofft. 

Wir haben einen eigenen kleinen Bungalow, der sogar über eine eigene Toilette verfügt - wenn auch nur mit einer manuellen altmodischen Spülung via Schöpfbehälter. Natürlich darf man nicht von zuviel Komfort ausgehen.

Wir haben den Abend noch in einer der Hängematten die im frei zugänglichen und offen gestalteten Bereich der Rezeption ausklingen lassen und uns mit zwei weiteren Bewohnen der Unterkunft (beide aus England stammend) unterhalten.

Die Nacht war ruhig, der Morgen hingegen brachte die ersten Unannehmlichkeiten des Dschungels mit sich. Spinnen. Auch wenn Spinnen oft harmlos sind, haben wir als Europäer bei einem Exemplar von rund 13cm Durchmesser erst einmal geschluckt und unter dem Moskitonetz des Bettes verweilt - mit unter auch weil man zunächst nicht sicher sein kann das diese Tiere in diesen Regionen der Erde ungiftig sind. 

Glücklicherweise hat sich das äußerst prächtige Exemplar von alleine verkrochen.

Am ersten vollen Tag hatten wir nur Regen. Leider. Wir haben uns auf einen spannenden Schnorchelausflug auf Koh Rong Samloem gefreut, welche aber bedingt durch die beeinträchtigten Sichtverhältnise den ganzen Tag nicht stattfinden konnte. Wir haben uns durch die kulinarische Küche der Insel gegessen und bereits am ersten durch nahezu alle der rund 10 Restaurants und Takeaway-Stände der Insel gemampft.

Sehr zu empfehlen sind die Brownies von "Fishing Hook", welches von einer einheimischen Frau und ihren zwei Töchtern geführt wird. Hier kann man von 8:00 Morgens bis 8:00 Uhr Abends kleinere Speisen auf die Hand mitnehmen. Der wohl einzige Laden der Insel der sämtliches Plastik ablehnt und sogar Wraps in frischen Pflanzenblättern einwickelt anstatt in Alufolie, Papier oder Kunststofffolien.

Den restlichen Tag haben wir mit rumhängen und "Seele baumeln lassen" im Hostel verbracht bedingt durch den Regen.

In der zweiten Nacht haben wir Besuch von einer kleinen Katze bekommen, welche sich unter einer der Wände unseres Bungalows durch gegraben hat. Man rechnet für gewöhnlich nicht damit das sich eine Katze in ein Haus gräbt geschweige denn dies überhaupt möglich ist. Wir sind bei dem kratzenden Geräusch welches die ganze Nacht zu hören war von einer Maus oder ähnlichem ausgegangen. Umso größer war der Schock als die kleine Katze in der Morgenstunde, nachdem wir das Bett verlassen haben, unter dem Bett hervor stolzierte. Leider ist es auch heute immer noch am regnen, trotzdem haben wir uns heute kurzzeitig zum Strand bewegt, da die Temperaturen denn noch ausreichend sind um zumindest ein kurzes Bad zu nehmen.

Wir werden bedingt durch die Wetterlage und Jennys Allergie gegen Mückenstiche die Insel bereits einen Tag früher verlassen als geplant - Morgen früh. Stattdessen werden wir einen Tag länger in Kampot bleiben, da wir dort auch bei schlechtem Wetter einige Dinge sehen und erleben können. Die Möglichkeiten auf einer kleinen Insel sind bei schlechtem Wetter nun mal leider begrenzt.

Zu unserem Erfreuen haben wir in der Unterkunft für diesen Tag sogar unser Geld zurück erhalten.

 

Kampot

Tag 1

Am frühen Morgen sind wir vom Hostel zum Pier im Fischerdorf in dem wir die letzten Tage verbracht haben aufgebrochen um von dort für 1$ 

ein Taxiboot zu nehmen, welches uns zum ca. 40min fußläufig entfernten EcoSea-Pier bringen sollte, da von dort die Fähre zurück nach 

Sihanoukville ablegen sollte. 

Alleine das betreten des Taxiboots sollte sich als wahres Abenteuer herausstellen. Von dem Anlegesteg welche rund 3 Meter aus dem Wasser ragte hieß nun hinunterklettern in das kleine Boot, wessen begehbarer Oberfläche nur gut 50cm oberhalb der Wasseroberfläche befand.

Es gab keine Leiter, Treppe oder ähnliches, im wahrsten Sinne des Wortes musste man an den Pfeilern und Balken des Stegs auf das Boot hinabklettern. Angekommen am EcoSea-Pier musste man aus dem kleinen Boot wieder auf den Anlegesteg hinauf - nicht nur das man diesmal wieder hinauf klettern musste, zudem kam der starke Wellengang, welcher das Boot im unregelmäßigen Takt der Wellen mal mehr und mal weniger von dem Anlegesteg entfernte. 

Eine Sache des Timings. Da wir nur zu viert in dem Boot waren, haben wir den Vortritt gemacht. Ein Pärchen aus Chile, welches sich etwa in unserem Alter befand (neben uns die einzigen die ebenfalls zurück nach Sihanoukville fuhren) folgte uns aus dem Boot, wobei die Frau 

ausrutschte und nur durch die Tatsache das wir ihr die Hände gereicht hatten davor bewahrt haben nicht ins Meer zu fallen.

Zurück am Festland haben wir in einem kleinen Restaurant nahe dem Serentipidy-Pier (das Pier an dem die Fähre anlegte) gefrühstückt und konnten bereits früher als erwartet den Bus in Richtung Kampot nehmen. So fuhr der Bus wie geplant um 11:30 Uhr ab. 

Die starken Niederschläge in den vergangenen Tagen waren auf dem Festland ebenso sehr zu spüren wie die vergangenen Tage 

auf der Insel. Viele Straßenabschnitte, sowohl die befestigten als auch die unbefestigten, waren überschwemmt. Über kleine, rucklige und

mit Schlaglöchern übersähte Straßen drückte sich der kleine Minibus, welcher ausnahmsweise mal nicht maßlos mit Personen überfüllt war sondern sogar noch freie Plätze hatte, durch die Wassermengen bis zum National Highway.

Ärgerlicherweise lies sich der Busfahrer nicht dazu überreden uns kurz hinter dem Bokor Nationalpark auf dem National Highway aussteigen zu lassen (da wir von dort nur rund 500m Fußweg zu unserer Unterkunft gehabt hätten) und fuhr bis zum Busstop in der Innenstadt, welcher wieder etwa 5km von unserer Unterkunft entfernt lag. Mit dem TukTuk sind wir dann zur Unterkunft gefahren.

Die Unterkunft ist in diesem Fall recht modern gehalten, so besitzt sie sogar einen "Naturpool", also einen Pool der mit Regenwasser gefüllt ist.

Übernachten tuen wir in einem kleinen Hobbithaus das an "Der Herr der Ringe" angelehnt ist. Klein, einfach aber gemütlich.

Über die Leitung der Unterkunft haben wir uns einen Motorroller geliehen, für welchen wir rund 4€ pro Tag inkl. 2 Helmen zahlen. 

Man muss zum Anmieten in Kambodscha keinen Führerschein vorweisen, sollte man einmal von der Polizei angehalten werden und sollte nicht im Besitz eines Führerscheins sein, sieht diese es idR. nicht so wild und sieht oft über eine Geldstrafe hinweg - ganz im Gegensatz zu der Polizei in den anderen Ländern Südostasiens.

Mit dem Roller sind wir anschließend in die Innenstadt gefahren zum "Durian Roundabout" (Durian Kreisverkehr), welcher der Durian-Frucht gewidmet ist. Eine Frucht die in Südostasien weit verbreitet ist, bei uns jedoch vermutlich alleine wegen des Geruchs niemals die Regale der Geschäfte sehen wird. Man kann sie oft schon meter weit riechen wenn sie auf dem Markt frisch feilgeboten wird und es an den Ständen geöffnete Früchte gibt. Einige beschreiben den Geruch als leichte Note von "verfaulten Eiern". Der Kreisverkehr wurde der Durian gewidmet um den Status der Region als Produzent dieser wohl furchtbarsten Frucht des Landes hervorzuheben. Trotzdem ist die riesige Durian-Statue schön anzusehen.

Anschließend haben wir uns ins "Rikitikitavi" begeben. Das Rikitikitavi gilt als eins der besten Restaurants der Region und bietet überwiegend Gerichte aus der Khmer-Küche an, sogar als vegane und glutenfreie Variante. Die Preisklasse ist in diesem Restaurant, welches sich an der Flusspromenade des "Preak Tuek Chhu" befindet, für die Verhältnisse in Kambodscha gehoben. Für 2 Gerichte und 2 Getränke haben wir hier 12US$ bezahlt - manchmal muss man sich eben auch mal was gönnen ;-)

Den Abend lassen wir gemütlich in der Lounge von unserer Unterkunft ausklingen, da wir morgen einen Ausflug mit dem Roller in den Bokor Nationalpark machen.


Tag 2

Leider mussten wir heute unsere Tagesplanung spontan verwerfen, da es in den Morgenstunden immer noch geregnet hat. Eine Fahrt zum Bokor Nationalpark wäre durch die Sichtverhältnisse leider sinnlos gewesen - schließlich ist der Höhepunkt der Fahrt in den Nationalpark eine Aussicht bis nach Vietnam. 

So haben wir uns heute morgen zunächst in die überdachte Markthalle von Kampot begeben. Wahnsinn. Auch wenn dies nicht der erste Markt in Kambodscha war den wir besucht haben, so war dieser aber gefühlt der größte, engste und mit Menschen gefüllteste - dennoch schön anzusehen. 

Als Ausweichmöglichkeit haben wir für den Abend, für den Fall das sich der Regen bis dahin gelegt hat, einen Bootsausflug entlang dem Teuk Chhou (der Fluss an dem Kampot liegt) gefunden. Die Tour sollte 2 Stunden gehen und erst um 17:30 Uhr starten - die Fahrt geht also zeitlich über den Sonnenuntergang hinaus. Als Highlight soll man an einigen Stellen des Flussbettes Glühwürmchen sehen können, welche ganze Bäume zum leuchten bringen.

Bis zur Abfahrt haben wir die kulinarische Küche Kampots auf die Probe gestellt und uns die Stadt genauer angesehen. Zunächst waren wir im "Ecran Noodlehouse", in welchem nur 4 Gerichte auf der Speisekarte stehen. Neben 2 verschiedenen Suppen gibt es Dumplings und Gebratene Nudeln. Klingt zunächst mager, die angebotenen Gerichte sind allerdings dafür umso schmackhafter - oft ist weniger ja für gewöhnlich mehr.

Für 2US$ bekommt man hier 12 Dumplings. 

Als Nachtisch gab es ein "Popsicle", welches bei uns auch als "Eis am Stiel" bekannt ist. Altmodisch und selbstgemacht bekommt man diese Leckereien in dafür umso ungewöhnlicheren Geschmacksrichtungen ala "Vanille & roter Kamport Pfeffer", "Grüner Tee" oder "Mango & Curry" in einem kleinen Laden nahe der Flusspromenade welcher den Namen "Wonderland" trägt. 

Um 17:25 Uhr haben wir uns dann auf das Deck des Bootes begeben - rund 30 Minuten zuvor hat sich glücklicherweise der Regen verabschiedet. Wir konnten auf dem Dach des großen Bootes unter freiem Himmel sitzen. Pünktlich um 17:30 legte das Boot ab und fuhr etwa 45 Minuten Flussaufwärts. Die Sicht auf die Berge des Bokor Nationalparks, welcher zum Teil noch in Hochnebel gehüllt war, war trotzdem schön anzusehen. Das Boot legte an einer breiten Stelle des Flusses den Anker. 20 Minuten bis zum Sonnenuntergang, von welchem man bedingt durch die Wolken die sich noch nicht ganz verzogen hatten, nicht all zu viel sehen sollte. Die Zeit konnte man auch zum Schwimmen im Fluss nutzen - auch wenn keiner der Locals auf dem Boot glaubwürdig beantworten konnte (oder wollte) ob es gefährliche Tiere wie Krokodile oder ähnliches in dem Fluss gibt. 

Nachdem die Sonne unter gegangen war, setzte sich das Boot wieder in Bewegung. Nach wenigen Minuten stellte der Fahrer den Motor aus und schaltete das Licht des Bootes aus. In einem der großen Bäume am Flussufer glänzten und blinkten kleine Punkte hell auf. Mal nur eine handvoll, mal unzählige. Ohne System und ohne Takt. Leider ließ sich das ganze nicht in Bildern festhalten. 

Wir müssen zugeben das wir uns mehr von den Glühwürmchen erhofft hätten, ein intensives Leuchten, Farben... einfach spektakulärer - dennoch war es schön diese für unsere heutige Zeit seltenen Tiere mal "live in action" zu sehen. Zurück auf dem Festland haben wir ein Abendmal im "Darawin BBQ" zu uns genommen. Das Lokal ist uns gestern bereits durch die Menschenmassen im Laden aufgefallen, sodass wir uns für heute vorgenommen hatten das Essen dort zu kosten. Die Lokaleinrichtung wirkt für uns Europäer wie in einem Miniaturland. Winzige Bänke und dazu passende kniehohe Tische stehen in einer großen Anzahl in der unüberdachten Anlage des Lokals. Wir haben bestellt und im Vergleich zu allen anderen Lokalen die wir im gesamten Urlaub getestet haben unser Essen nicht erst nach rund 30 Minuten bekommen sondern bereits nach rund 5 Minuten auf dem Tisch stehen gehabt. Man kann in die offene Küche schauen - hier wird also auch wirklich alles frisch zubereitet und gekocht! Die gegrillten Fleischspieße haben selbst Jennys Vegetarierherz schwach werden lassen und sie sogar soweit überzeugt das sie morgen wieder dort essen gehen möchte. 

Auch wenn wir heute nicht wie geplant in den Nationalpark konnten ist dies ein guter Tag geworden. Dennoch sind wir uns jetzt schon sicher, bedingt durch die letzten Tage, die unglaublich freundliche und warmherzige Art der Menschen, die traumhaften Dinge die wir gesehen haben und die außergewöhnlichen Dinge die wir durch den Regen leider nicht sehen konnten, das dies für uns nicht der letzte Aufenthalt in Kambodscha sein soll.

Wir hoffen auf gutes Wetter für den morgigen Tag, da wir bereits um 7:40 Uhr aufbrechen ins Umland von Kampot um dort den Tag zu verbringen.

 


Tag 3

"Geh dahin wo der Pfeffer wächst!" - Mit diesem Satz verbinden die meisten Menschen etwas negatives. Doch warum sie dies tuen ist uns seit heute wahrlich schleierhaft. "Einmal dort Urlaub machen wo der Pfeffer wächst" getreu diesem Motto haben wir uns heute in der frühen Morgenstunde auf den Weg gemacht. Unser erster Stop auf dem Weg zu unserer finalen Destination war am Rande einer der größten Meersalz-Farmen Kambodschas. Leider findet die Salzgewinnung, welche hier noch ohne maschinelle Hilfe erfolgt, nur während der Trockenzeit statt. Dennoch haben wir uns kurz an den Feldern umgeschaut um nachvollziehen zu können, wie die Gewinnung erfolgt. 

Hier kosten 50kg reines, sauberes und fertiges Meersalz rund 3US$. 

Von den Salzfeldern sind wir über eine, vom Regen der vergangenen Tage immer noch gefluteten, unbefestigten Straße entlang von riesigen Reisfeldterassen und Zuckerrohrplantagen zu unserem nächsten Halt an der sogenannten "Elefanten-Höhle" gefahren. Die Reisfelder gaben ein fabelhaftes Bild bedingt dadurch das heute glücklicherweise hin und wieder die Sonne schien. 

Die Höhle wurde von den Einheimischen auf diesen Namen getauft, da sich im inneren der Höhle eine Steinformation befindet die die wage Silouette eines Elefanten bildet, welcher in der buddhistischen Religion als heilig gilt. Tief in der Höhle befand sich ein ehemaliger hinduistischer, kleiner Tempel der im Laufe der Jahrhunderte nach seiner Erbauung von den Stalaktiten, welche sich innerhalb der Jahre von der Decke gebildet haben durchdrungen und zum Teil zerstört wurde. 

Mitlerweile ist der Tempel nicht mehr dem hinduistischen Glauben zuzuordnen, sondern der buddhisitischen Religion. 

Mit unseren Stirnlampen haben wir im Anschluß noch die Fledermäuse, welche in Scharen an der Decke hingen "geweckt" um diese fliegen zu sehen :-)

Von der Höhle haben wir uns wieder auf den Weg gemacht. Nächster Halt war der sog. "Secret Lake", welcher nur auf Englisch so genannt wird da die originale Übersetzung aus dem Khmer von den Einheimischen als zu lang empfunden wird. 

Die Entstehung des Sees hat eine traurige Geschichte, welche sich in die Zeit der Terror-Rouge bzw. der Schreckensherrschaft der Roten-Khmer zurückführen lässt.

Kurze Zusammenfassung der Geschichte: Da die Roten-Khmer zu ihrer Zeit aus dem Land Kambodscha ein reines Agrarland machen wollten und die Erträge des Landes verfünfachen wollten, wurden die Menschen aus den Städten vertrieben und zur Feldarbeit gezwungen. Viele Tausende die intellektuelle Berufe hatten wurden gefoltert und exekutiert. Der See sollte als Wasserreservoir für die im Tal davor liegenden Felder während der Trockenzeit dienen. Viele Menschen kamen beim Anlegen des Sees bedingt durch die körperliche Anstrengung der Zwangsarbeit ums Leben.

Trotz der Geschichte, bildet dieser See heute genau jenes Wasserreservoir für die im Tal liegenden Felder, wo neben Reis und Zuckerrohr auch diverse Gemüse und Kräuter angebaut werden. Zudem wird der See von vielen Einheimischen, inbesondere von Teenagern, in den vergangenen Jahren zu einem Treffpunkt zum Schwimmen, Entspannen und für romantische Dates.

Nach dem Besuch des Sees haben wir uns auf die letzte Etappe begeben und sind endlich an den Pfefferplantagen von "La Plantation" angekommen. Auf den riesigen Plantagen wird einer der besten Pfeffer der Welt hergestellt: Kampot Pfeffer. 

Wir konnten Einblick in die Aufzucht der Pflanzen, die Ernte und die Auslese und Qualitätskontrolle erlangen. Die Plantage führt hauptsächlich den uns bekannten "runden" Pfeffer und Langpfeffer, besitzt jedoch neben den Pfefferpflanzen auch noch einige Passionsfruchtpflanzen, Drachenfrucht-Bäume, Ananaspflanzen, Granatapfelbäume und Bananenpalmen. 

Wir konnten die verschiedenen Sorten an Pfeffer vor Ort verkosten, sowohl getrocknet als auch zum Teil frisch gepflückt vom Baum.

Das Panorama über die im Tal liegende Landschaft war super. Von dort sind wir zurück in die Innenstadt gefahren und haben dort zu Mittag gegessen. Khmer Curry. 

Nach dem Essen war das Wetter zu unserem Glück noch gut, so haben wir den Plan von gestern, zumindest zum Teil, umgesetzt. Wir sind mit dem Motorroller in die Berge des Bokor Nationalparks gefahren. Insgesamt ist die Strecke bis zum höchsten Punkt, dem Bokor Hill rund 40km lang. Da die Straßen eng und kurvenreich sind, braucht man für diese Strecke rund 2-3 Stunden, wenn man hin und wieder Pausen macht um die Aussicht auf die Landschaft und den Regenwald zu genießen. 

Das Zwitschern von tropischen Vogelarten durchschallt das ganze Gelände. Uns packte hier besonders der Gedanke das in diesem Nationalpark von viele für uns exotische Tiere in freier Wildbahn  leben. Neben asiatischen Elefanten beherbergt der Nationalpark unter anderem Tiger, Leoparden, Gibbons, Aras und viele Reptilien. Wir sind nur den ersten Teil der Strecke gefahren,  bis rund 6km vor dem Bokor Hill, bis uns das Wetter und die Dämmerung eingeholt hat. Kurz vor dem höchsten Punkt befindet sich eine große buddhistische Skulptur, an der wir einen kurzen Stop gemacht haben um die Aussicht bis nach Vietnam zu genießen.

Anschließend haben wir uns auf den Rückweg gemacht, im Hinterkopf mit dem Gedanken das wir uns den restlichen Teil und die Hochplateus des Nationalparks bei unserem nächsten Besuch in Kambodscha anschauen werden.

Morgen fahren wir am frühen Vormittag nach Kep.

Kep

Wir nähern uns dem Ende unserer Reise. Die letzte Stadt auf unserer Liste trägt den Namen Kep und liegt mit dem Bus nur rund eine halbe Stunde von Kampot entfernt direkt an der Küste Kambodschas.

Wir haben heute morgen den Bus von Kampot nach Kep genommen. Anbieter für diese Strecke gibt es nicht all zu viele, empfehlenswert ist "Champa Tours", welche für die Strecke 3US$ verlangen. Mit einem TukTuk zahlt man rund 15US$. 

Nachdem wir angekommen sind, haben wir in einer recht abgelegenen Unterkunft (Khmer House Hostel) eingechecked, welche für 4US$ / Nacht einen super Eindruck macht und sauber ist. Über die Unterkunft haben wir uns wieder einen Motorroller geliehen und haben uns damit auf Erkundungstour durch Kep begeben. Die Stadt ist klein. So klein das man das meiste auch fußläufig erreichen kann, jedoch ist das Anmieten von Motorrollern und das Benzin günstig in Kambodscha und gibt einem damit die extra Note an "Freiheit" und "Spontanität" für den Tag. 

Zuerst sind wir zur wohl bekanntesten Stelle in ganz Kep gefahren. Dem Krabbenmarkt (Crab Market), welcher von Morgens bis Abends geöffnet hat. Hier lassen sich neben (wie der Name bereits verrät) Krabben auch Fische, Tintenfische sowie viele andere Sorten an Seafood finden. Die meisten Stände bieten die Ware direkt frisch vom Kohlegrill an, zu unheimlich günstigen Preisen. Wir haben uns einen rund 4kg schweren Fisch (natürlich ungeputzt, inkl. Kopf, Flosse und Gräten) für 2US$ gegönnt. Eine Portion Reis dazu kostet bei den kleinen Ständen etwa 500 Riel (25 Cent). Mit uns am Tisch saß ein Mann in ca. unserem Alter aus Florida (an dieser Stelle "Schöne Grüße" an dich, Brian!), welcher alleine auf Reise war. Wir kamen mit ihm ins Gespräch und er bat uns an etwas von seinem Krabbengericht zu kosten. Köstlich.

Somit haben wir uns direkt im Anschluß an den Fisch dann selber an die Krabben gewagt, für die der Markt so bekannt ist. 

Für 6US$ haben wir hier ein ganzes Kilo Krabben bekommen. Die Krebse werden von den Fischern direkt aus dem Meer geholt - da die Krebse dort in Holzkäfigen aufbewahrt werden. In unserem Fall sprang der Fischer unmittelbar mit seiner Kleidung in das ca. hüfthohe Wasser und zog einen der Käfige an Land. Nach dem Öffnen durften wir zum Teil selber aussuchen welche Krebse wir haben wollten. Die gesamte Menge kann auch direkt vor Ort zubereitet werden: Dämpfen oder Braten steht auf dem Plan. Viele der kleinen Küchen versuchen eine Extragebühr dafür zu verlangen (idR. 2000 Riel für Dämpfen, 8000 Riel fürs Braten inkl. Bohnen, Pfeffer und Sauce), jedoch lassen sich diese Gebühren mit ein wenig Verhandlungsgeschick bereits beim Krebskauf abdecken. Man kann der Zubereitung selbstverständlich zusehen, auch wenn das unter Umständen nix für schwache Nerven ist, da die Krebse entweder lebendig gedämpft werden oder lebendig in zwei Teile geteilt werden um sie zu braten. Wir haben uns für die gebratene Variante entschieden, bei welcher wie bereits gesagt noch Bohnen, grüner Pfeffer und Sauce hinzu gegeben wird. Gegessen wird hier auf traditionelle Weise mit den Händen - auch wenn das insbesondere bei Krabben eine sehr schmutzige Angelegenheit sein kann, wird man nicht schief angeschaut. Traut euch ruhig!

Nachdem wir mit dieser Köstlichkeit fertig waren haben wir uns auf den Weg zum Wahrzeichen von Kep gemacht, der großen Krabbenstatue im Meer, welche sich direkt an der Küste befindet. Nach wenigen Metern haben wir Brian, welcher zu Fuß unterwegs war getroffen, mit welchem wir das Fahren mit mehr als zwei Personen auf einem Motorroller ausgetestet haben... in diesem Moment konnte man uns vermutlich nicht von Khmern unterscheiden, da diese in ganz Kambodscha oftmals mit bis zu 6 Leuten auf Motorrollern unterwegs sind.

Die Krebsstatue zeigt nochmals für was Kep bekannt ist: Krabben

Entlang des Strandes von Kep sind wir anschließend zum Nationalpark von Kep gefahren.

Der Nationalpark ist nur 50km² groß und hat neben vielen kleinen Pfaden zwei Hauptwege: einen ca. 8km langen Rundweg und einen sog. Dschungeltrek welcher quer durch den Regenwald des Nationalparks führt. Für den Dschungeltrek benötigt man festes Schuhwerk, da teilweise sogar an Seilen geklettern werden muss und die Wege unbefestigt sind. Zudem gibt es hier, wie in ganz Kambodscha, insbesondere auf dem Boden Tiere die schmerzhaft beißen können wie beispielsweise Riesentausendfüßler, Spinnen und Schlangen. Bedingt durch den Verletzten Zeh von Chris und der damit verbundenen Tatsache das er aktuell nur Flipflops tragen kann, haben wir uns für den Rundweg entschieden. Man kommt auf dem Rundweg an einigen Aussichtspunkten vorbei, von welchen man einige Kilometer weit über den Verlauf der Küste schauen kann. Die Wege im Nationalpark werden von einem Mann gepflegt welcher belgischer Herkunft ist und ein Cafe in Kep besitzt.

Einige Bäume sind bemerkenswert gewachsen und verwuchert und runden den Ausblick in den Regenwald ab.

Nach der Tour sind wir erneut in das kleine Städtchen von Kep gefahren und haben dort nochmals Krabbe gegessen. Diese Mal haben wir die gedämpfte Variante genommen, bei welcher die Krabben nicht geteilt und gereinigt werden. Dies muss man selber machen, sollte sich jedoch vorher informieren wie man Krebse richtig zerlegt und isst, da einige Teile des Krebses zu Magenproblemen & Schmerzen führen können. Die Einheimischen die hier die Krebse zubereiten, weisen die Kunden oftmals darauf hin, nutzen dieses Argument aber natürlich auch um die Kunden zu der teureren Zubereitungsvariante (braten) zu überreden. Die gedämpfte Zubereitung war auch sehr lecker.

Damit geht der Tag in Kep auch schon dem Ende zu. Morgen früh treten wir die Busfahrt nach Phnom Penh an, wo am Abend unser Flug nach Kopenhagen startet.

 

Kommentare: 1
  • #1

    Lisa (Samstag, 12 August 2017 12:08)

    Huhu Christoph und Jenny! Ich lese immer eure Berichte und finde sie sehr interessant! Die Fotos sind auch klasse! Ich wünsche euch weiterhin viele schöne Eindrücke auf eurer Reise.
    Viele Grüße
    Lisa☺