Zakopane

Tag 1

Nach einer langen Anreise (Flugverspätung von Köln nach Warschau) und einer demnach viel zu kurzen Nacht in Warschau haben wir am frühen

Morgen das letzte Stück unserer Anreise fortgesetzt und die 7 stündige Zugfahrt nach Zakopane, welches im Süden des Landes liegt,

nahe der tschechischen Grenze, im Hohe Tatra-Gebirge. Zakopane ist der Ausgangspunkt für Wander- oder Alpintouren ins Hohe Tatra-Gebirge, von der polnischen Landesseite, schlechthin. Der Bahnhof (Zakopane PKP) liegt direkt neben dem Busbahnhof, auf welchem täglich in ausreichender Frequenz, die großen Reisebus-Gesellschaften ihre Fahrten in zahlreiche andere Städte Polens beginnen. Dazu später mehr.

 

Der Linienbusverkehr erscheint in Polen, wenn man zuvor noch nie dort war ein wenig ungeregelt und unübersichtlich, ist jedoch 

um ein vielfaches günstiger und einfacher als bei uns Zulande. Unmittelbar nach Verlassen des PKP in Zakopane steht man vor der größten

Bushaltestelle für den Linienbusverkehr der Stadt. Viele kleine Fahrzeuge (ca. 20 Sitzplätze) warten dort. Den "letzten Halt" verrät ein einfaches, 

in Kunststofffolie einlaminiertes Papierschild in der Windschutzscheibe. Liegt der Ort, zu welchem man möchte auf dem Weg dorthin - tja, um das herauszufinden muss man den Busfahrer selber fragen, da die einzelnen Haltestellen leider nirgendwo vermerkt sind - steigt man einfach ein. Eine Fahrt kostet 3zloty, umgerechnet 0,75€. Als Schüler oder Student zahlt man lediglich 0,40€ pro Fahrt (Schüler- oder Studentenausweis reicht vollkommen! ;-)). Gezahlt wird beim Aussteigen, anstatt beim Einsteigen. Es gibt keine elektronische Übersichtstafel an der Decke des Fahrzeugs, von welcher man den Namen der nächsten Haltestelle ablesen könnte. Der nächste Halt wird kurz vor dem Erreichen vom Busfahrer kurzum in den hinten Bereich des Busses gerufen. Alles in allem ist die Fahrt jedoch sehr bequem und zuverlässig. Wir haben kein einzigen Linienbus mit Verspätung sowohl in der Abfahrt als auch in der Ankunft gesehen.

 

Nachdem wir also nach unserer ersten Busfahrt, welche genau wie oben beschrieben ablief, erfolgreich an unserer zuvor gemieteten Unterkunft für die kommende Nacht angekommen waren, war vom ersten Tag leider nicht mehr all zu viel übrig. Wir haben uns lediglich die Ortschaft angesehen und eine Mahlzeit (an dieser Stelle sei direkt die polnische Küche gelobt!) zu uns genommen - natürlich direkt zwei der typischen, polnischen "Nationalgerichte": Pirogi (Maultaschen gefüllt mit Schichtkäse&Kartoffeln) und Bigos (Kohleintopf mit verschiedenen Fleischarten & Pilzen). 

 

Zu Zakopane sei folgendes gesagt: wir hatten, vermutlich auch durch das gute Wetter unmittelbar nach Ankunft mit dem Zug, den Eindruck in einer absoluten Touristenhochburg gestrandet zu sein. Unzählige Menschen, welche man von ihrer Kleidung, dem Kauftrieb an Souvenierständen und Boutiquen und dem oftmals "wahllos" erscheinenden Fotografieren ihrer Familienangehörigen vor Restaurants, Bäumen, Autos, Imbissbuden, Verkehrsschildern und allerlei anderer Dinge des Alltags, eher als Pauschalurlauber auf Mallorca oder Ibiza vermuten würde. 

Dennoch wurden wir gleich zu Anfang seltsam angesehen nachdem wir unsere Gesprächspartner (Bedienung Restaurant, Busfahrer, Supermarkt-Kassierer usw.)  freundlich darauf hingewiesen haben, das wir lediglich Deutsch oder Englisch verstehen würden. Man ist als ausländischer Tourist eine wahre 

Rarität in Zakopane denn die meisten Touristen dort sind polnischer Herkunft, welche ihren Urlaub dort verbringen. Dies hat zur Folge das

es kaum oder garkeine Beschilderungen, Informationsflyer, Speisekarten oder Auskünfte in englischer oder deutscher Sprache gibt. Die Sprachbarriere macht in diesem Moment das Bereisen von Polen fast schwerer als Entwicklungsländer wie Kambodscha - jedoch nicht Uninteressant!

 

Zakopane

Tag 2

Nachdem wir am ersten Tag lediglich einen Viertel Tag in Zakopane, bedingt durch unsere lange Anreise zur Verfügung hatten, sollte der zweite Tag dafür umso mehr Aktivität auf den Tagesplan bringen. Auch wenn die Informationen die man dazu zuvor im Internet gefunden hatte und die Zeitplanunge von anderen Reisenden sehr knapp für unsere Planung waren, haben wir uns trotzdem für die Wanderung zum Morski Oko entschieden.

Der Morskie Oko ist der größte Bergsee im Hohe Tatra-Gebirge. Der See ist rund 60 Meter tief und hat einen Durchmesser von bis zu 860m. Durch seine Lage zwischen den Felsformationen der umliegenden Berge, gibt er ein äußerst tolles Bild bei guten Wetterverhältnissen ab. Bekannt ist der Morskie Oko ist für seinen hohen Besatz an Regenbogenforellen bekannt. Den Eingang zum Nationalpark erreicht man problemlos mit einem der regelmäßig abfahrenden Busse am Busbahnhof neben

dem PKP. Die Fahrt kostet 10zloty und dauert rund 40 Minuten. Auf der Fahrt lassen sich die prunkvollen mehrstöckigen, oftmals mit Holz verkleideten, traditionellen Häuser bewundern bis man den Eingang zum Nationalpark der Hohe Tatra erreicht. Der Eintritt in den Nationalpark kostet 5zloty (auch hier gibt es wieder Rabatt für Schüler & Studenten = 50%). Unmittelbar hinter dem Eingang fängt der Wanderweg zum Morskie Oko an, welcher rund 9,1km in eine Richtung, lang ist und an Wasserfällen, Bachläufen und wild bewachsenen Schluchten vorbeiführt. Die gesamte Distanz geht bergauf!

 

Man sollte fürr die Strecke, je nach Temperaturen und Konstitution max. rund 2-3h (inkl. Pausen) einplanen. Wenn man am See angekommen ist 

gibt es dort Einkehrmöglichkeiten, die Möglichkeit ein kleines Picknick am See abzuhalten oder die weiter führenden Wanderwege in Angriff zu nehmen.

Einer der Wege führt um den gesamten See herum, ein weiterer endet am Zustiegspunkt zum Gipfel des Rysy (höchster Gipfel Polens). Wer zurück zur Bushaltestelle möchte, nimmt den gleichen Weg zurück, den er auf dem Hinweg bestritten hat. Im Nationalpark leben einige Tiere, welchen man mit ein wenig Glück (natürlich

je nachdem um welches Tier es sich handelt) über den Weg laufen kann. Neben Füchsen & Wölfen sind sogar Tiere wie Bären oder Luchse in diesem Areal beheimatet.

Nach unserer Rückkehr nach Zakopane am Nachmittag haben wir uns den Bauch vollgeschlagen. Pirogi und Eisbein standen auf dem Speiseplan - wiedermal typisch polnisch. Am späten Nachmittag haben wir unsere Reise dann mittels einem Fernreisebus am PKP in Richtung Krakau fortgeführt.

 

Der Bus nach Krakau fährt in Zakopane etwa jede halbe Stunde von Morgens um 6 bis Abends um 22 Uhr. Tickets können direkt am Busbahnhof

oder beim Fahrer gekauft werden und kosten 15zloty. Nach unserer Ankunft in Krakau am späten Abend, hatten wir rund eine Stunde Aufenthalt und haben dann am Hauptbahnhof den Nachtbus in Richtung Norden des Landes (Leba) genommen. Fast alle Fahrten haben wir bereits im Vorraus auf www.e-podroznik.pl gebucht - so kann man sicher gehen, dass man einen Platz in dem Bus bekommt.

Leba

Nach einer fast schlaflosen Nacht im Bus sind wir heute Morgen in Leba, welches im Norden an der Küste liegt, angekommen. Über Leba haben wir im Vorfeld nicht wirklich viel gelesen, da dieser Ort in kaum einem Reisebericht auftaucht - für uns nach dem heutigen Tag absolut unbegreiflich - denn in Leba wird einem klar wie vielseitig Polens Natur sein kann. Unterschiede treffen hier aufeinander wie kaum an einem anderen Ort in Europa.

 

Nahe dem kleinen Städtchen Leba liegt der "Slowinzische Nationalpark" (Slowinski Park Narodowy), welcher neben vier großen Seen (welche die Brutheimat von über 200 Vogelarten sind) die einzigen Wanderdünen Europas. Die Landschaft der Wanderdünen wird auch als "polnische Sahara" bezeichnet. Die höchste der Dünen ist 42 Meter hoch und umfasst rund 300 Hektar Fläche. Die vor Rund 5000 Jahren entstandenen Dünen wandern ca. 10 Meter pro Jahr landeinwärts.

 

Um die Dünen zu erreichen muss man einen Teil des Nationalparkes durchqueren. In Leba gibt es einige kleine Stände an welchen man gegen ein kleines Entgeld ein Fahrrad leihen kann. Wir haben uns zwei Fahrräder für rund 10€ für den gesamten Tag geliehen. Die Strecke, welche mit dem Fahrrad im Nationalpark befahren werden darf ist in einem guten Zustand und endet genau vor einem bewachsenen Weg der, wenn man ihm folgt einen unmittelbar in die Dünen leitet. Die Landschaft sieht aus wie eine Wüste. Karge Treibholzstämme ragen leblos und vertrocknet aus dem endlosen Sand, welcher unter der Sonne Temperaturen von rund 50°C erreicht. Lebensfeindlich wirkt die Umgebung auf den Dünen, wo sie doch unterhalb der Dünen, im Wald um die Seen so friedlich aussieht. Durchquert man die Dünen in Richtung der Küste kommt man innerhalb von rund 30 Minuten Fußweg zum Strand (Achtung: 30 Minuten klingen nach wenig, sind durch den hohen, lockeren Sand bei den dort herrschenden Temperaturen jedoch ziemlich kräfteraubend), welcher wie erwartet sauber und weitest gehend unbelebt war. Von den höchsten Dünen kann man gut über das ganze Areal des Nationalparks, das Meer und die Seen blicken.

Auf dem Weg mit dem Fahrrad durch den Nationalpark kann man ebenfalls Tieren begegnen. Wir haben beispielsweise Begegnung mit einer Schlange gemacht. 

 

Völlig erschöpft der letzten Tage, der weiten Strecken die wir zu Fuß zurück gelegt haben und dem enormen Schlafmangel durch die langen Fahrten, haben wir zum Abend hin ein wenig entspannt und uns auf die Weiterreisen (Morgen Früh) vorbereitet. Morgen früh fahren wir nach Hel, welches weiter östlich von Leba liegt.

Hel

Heute Morgen sind wir in der früh mit dem Bus vom Busbahnhof in Leba in Richtung Wladyslawowo aufgebrochen da von dort eine regelmäßige Verkehrsanbindung in Richtung der kleinen Insel Hel vorhanden ist. Bereits auf der Strecke entlang der Küste passiert man viele kleine Ortschaften, welche allesamt einige Campingplätze zu bieten haben, die um diese Jahreszeit gut - wenn nicht sogar ausgebucht - sind, in Polen aktuell ebenfalls Schulferien sind. In Wladyslawowo fährt, zu dieser Jahreszeit, alle 20 Minuten ein Zug nach Hel ab welcher rund 3,50€ pro Person kostet. Die Zugfahrt dauert rund 40 Minuten und einige kleine Bahnhöfe auf der Verbindungsstrecke zwischen der Insel Hel und dem Festland werden angefahren. Die Endstation des Zuges ist jedoch Hel.

Der Haupt-Badestrand von Hel liegt unmittelbar neben dem kleinen Städtchen, welches durch den Tourismus stark geprägt ist. Neben jenem Strand liegt das Fokarium von Hel. Das Fokarium ist eine Auffangstation für Robben, welche bedingt durch körperliche Beeinträchtigung (Verletzungen/Deformationen) oder ohne Elterntiere nicht in der freien Natur überleben könnten. Die Robben werden dort "aufgepeppelt" und sobald sie wieder gesund und körperlich fit sind ausgewildert. Der Eintritt kostet 5 Zloty und kommt dem Erhalt des Fokariums zu gute. Erwarten darf man hier natürlich keinen Zoo! Das Fokarium besteht lediglich aus 4 Becken, in welchem auch ausschließlich nur Robben leben. Es gibt keine Show - wie im Zoo üblich - jedoch eine Fütterung die man miterleben kann. Durch die Bauweise kann man die Robben sehr gut betrachten und die Tiere kommen bis auf eine Distanz von rund 1 Meter, vermutlich aus Neugier, an die Menschen heran. 

Geplant war nach dem Besuch im Fokarium eigentlich ein Sonnenbad am Strand, jedoch war der Strand für unser Ermessen leider maßlos überlaufen und hatte mit Entspannung nichts zu tun.

Die Küste von Hel hat jedoch einige weitere Strände zu bieten, weshalb wir auch an einem etwas weiter entfernt gelegenen Strand ein ruhiges Fleckchen gefunden haben und die Sonne genießen konnten. Die Strände wirkten allesamt (trotz der riesen Menschenmengen!) sehr sauber und gepflegt, was uns gezeigt hat welch großes Interesse die polnischen Bürger am Erhalt ihrer Umwelt und der Natur des Landes haben.

Nach unserem Sonnenbad haben wir dann in der Nahen Umgebung den Leuchtturm von Hel besucht. In der Umgebung sind noch Reste von alten Bunkeranlagen aus dem zweiten Weltkrieg und der darauf folgenden militärischen Sperrzone der Volksrepublik Polen, welche man sich bei Interesse ebenfalls ansehen und teilweise sogar betreten kann.

Zum Mittagessen gab es heute Fisch (traditionell wird in dem katholisch geprägten Land Freitags Fisch gegessen) da dieser an der Küste in vielen Variationen verfügbar ist. Als Nachtisch gab es eine "Bobble Waffle" oder auch "Gofry bobble" genannt, welche mit Eis, Früchten und Saucen aus einer riesigen Auswahl getoppt werden kann. Eis ist in ganz Polen unheimlich günstig. Die Preise für eine Kugel schwanken zwischen 0,20€ und 0,50€ - je nach Lage der Eisdiele.

Morgen früh fahren wir mit dem Zug nach Danzig. 

Danzig

Die Fahrt von Hel nach Danzig ist einwandfrei verlaufen. Umsteigen mussten wir in Gdynia - von dort sind es nurnoch rund 25 Minuten mit dem Zug nach Danzig. In Danzig gibt es wie in vielen anderen größeren Städten auf der Welt ein Straßenbahnnetz. Eine Fahrt mit der Straßenbahn kostet 0,70€ und die Tickets können an jeder Haltestelle mittels Automat gekauft werden. Desweiteren ist eine Web-Applikation für Danzig vorhanden welche einen digitalen Ticketkauf ermöglicht und für alle öffentlichen Verkehrsmittel gilt. 

Nachdem wir unser Gepäck in unserer Unterkunft für die Nacht abgestellt haben, welche direkt am Rande der Altstadt lag, haben wir uns von dort zu Fuß auf den Weg durch die Altstadt von Danzig gemacht. Die Altstadt bietet viele Sehenswürdigkeiten auf engem Raum und läd durch viele kleine Geschäfte, Cafes und Restaurants sowie Eisdielen zum Erkunden ein. Dieses Wochenende ist zu unserem Glück noch Jahrmarkt und die "Amber Expo" (Bernstein Expo; Danzig ist bekannt für Bernstein!), wodurch sich viele weitere kleine Stände mit Handwerkskunst, Schmuck, Leckereien und Allerlei anderen Kuriositäten in den Straßen von Danzig befanden. Für Bernsteinliebhaber ist das mit Sicherheit der richtige Ort um sich auf die Suche nach einem neuen Schmuckstück zu machen. Wir haben zunächst eine Fahrt mit dem "Amber Eye" unternommen. Das "Amber Eye" ist ein Riesenrad inmitten der Altstadt, welches vergleichbar mit dem "London Eye" in London ist. Von ganz oben kann man einen schönen Ausblick über die gesamte Stadt genießen. Von dort haben wir uns auf die "Hauptstraße" der Altstadt, die Dlugi Targ begeben. Vorbei am "Goldenen Haus", dem "Neptun Brunnen" und dem "Rathaus der Altstadt" bis zum "Goldenen Tor" führt die Straße quer durch die Altstadt und bildet mehr oder minder das Zentrum. In einer der Parallelstraßen befindet sich die riesige "St. Mary's Basilica", welche momentan leider von außen restauriert wird. Diese Kirche ist zu groß um sie von den anliegenden kleinen Gassen komplett auf ein Foto zu bekommen. 

Beim Bummeln durch die Straßen haben wir heute zum ersten mal ein typisch polnisches Softeis probiert - obwohl wir beide kein Softeis mögen - und waren begeistert. Leider hat uns am Nachmittag der erste Regen in diesem Urlaub heimgesucht, wodurch wir uns aber bis dato noch nicht die Laune verderben lassen. Die Zeit wurde sinnvoll mit Essen überbrückt. In der Altstadt finden sich in den Nebenstraßen der Dlugi Targ viele kleine Restaurants die polnische Küche zu erschwingbaren Preisen anbieten. Bigos, Krakauer und Pirogi standen heute auf dem Speiseplan - wie immer: Lecker & ein absolutes "must-eat" in Polen.

 

Eine kleine Planänderung haben wir heute dann doch vorgenommen: Wir fahren erst morgen früh anstatt heute Nacht nach Mikolajki, welches in den Masuren liegt, weiter bedingt durch die schlechte Verkehrsanbindung dorthin.

Masuren (Mikolajki)

Tag 1

Da es im Gebiet der Masuren viele interessante Orte gibt und einiges an Natur, mussten wir uns für einen Ort entscheiden welcher ein guten Ausgangspunkt darstellt für unsere geplanten Aktivitäten. Die Wahl ist hierbei auf Mikolajki gefallen. Zumeist fällt der Name "Lötzen", da dieser Ort mehr oder minder das "Zentrum des Tourismus" in den Masuren darstellt, dementsprechend aber auch hohe Preise abverlangt.

Wir haben uns bewusst gegen Lötzen entschieden und haben die Wahl nicht bereut. Nachdem wir am Nachmittag in Mikolajki angekommen sind, haben wir uns zu Fuß auf den Weg zu unserer Unterkunft gemacht. Eine halbe Stunde Fußweg lag zwischen dem Busbahnhof und unserer Unterkunft für die Tage in Mikolajki auf welchem wir von einem starken Unwetter (mit massivem Regenfall einhergehend) überrascht. Durchnässt erreichten wir die Unterkunft, welche zu unserem Leidtragen auch noch eine falsche Adresse angegeben hatte, woraufhin wir sie erst einmal suchen musste. 

Die Gastgeberin konnte keinerlei Englisch, weshalb es schier unmöglich war das Nicht-Funktionierende WLAN zu bemängeln (weshalb die Berichte auch nicht geschrieben werden konnten). Da der Regen anhielt haben wir uns zunächst auf die Suche nach etwas Essbarem gemacht um die Zeit zu überbrücken. In einem gemütlichen Lokal am Hafen kamen wir zum ersten Mal diesen Urlaub mit anderen deutschen Urlaubern ins Gespräch. Ein Ehepaar aus Hamburg, welches sich am Mittag vor dem ersten Regen in der Lokalität versteckt hatte und die darauf folgenden 4 Stunden mit dem Genuss von Essen und polnischem Wodka verbracht hatte. Auch wir hatten uns bereits am Anfang des Urlaubs vorgenommen den typischen, leicht grün/gelblich gefärbten, Wodka aus Polen zu probieren. Das anhaltende schlechte Wetter machte diesen Moment quasi perfekt für eine Kostprobe. Lecker. 

In Vorbereitung auf den nächsten Tag gingen wir früh ins Bett und hofften am nächsten Morgen von Sonnenstrahlen geweckt zu werden.

Mikolajki

Tag 2

Durch warme Sonnenstrahlen die Morgens auf unser Bett fielen wurden wir geweckt. Perfekt! Schnell rein in die Klamotten, Tagesrucksack gepackt, Frühstück zu sich genommen und raus aus dem Haus. Heute stand eine Tour mit dem Kajak von Krutyn, vorbei an Ukta bis nach Nowy Most. Da der Startpunkt für diese Tour auf dem Krutynia rund 25km von Mikolajki entfernt lag, mussten wir uns zunächst um eine Transportmöglichkeit nach dort kümmern. Eine Busverbindung gibt es nicht. Auch von anderen Orten aus gibt es keine Verbindung, da Krutyn ein kleines Dorf mit wenigen Einwohnern ist. Anwohnern zufolge gelangt man lediglich mit einem Taxi von Mikolajki nach Krutyn, wenn man nicht über ein eigenes Auto verfügt. Also haben wir einen der lokalen Taxifahrern nach dem Preis gefragt, welcher die Kosten auf rund 35€ für eine Strecke einschätze, es allerdings auch nicht garantieren konnte. Zuviel für unser Budget. Kurzum liehen wir uns für 80zloty zwei Fahrräder und legten die 25km Strecke mit dem Fahrrad zurück.

In Krutyn angekommen konnten wir nach kurzer Besprechung mit dem Kajakverleih auch gleich loslegen. Mit einem 2er-Kajak starteten wir unsere Reise auf dem Fluss, welcher teilweise durch ein Naturschutzgebiet verläuft und sehr sehr sauberes, klares Wasser führt. Eine üppige Vegetation, mit Wasserpflanzen, Moosarten und dicht mit Schilf bewachsene Ufer prägen das Bild rund um den Krutynia. Man kann durch das glasklare Wasser bis auf den Grund des zum Teil (geschätzt) mehr als drei Meter tiefen Fluss blicken. 

Wir haben uns glücklicherweise beim Kajakverleih noch einen wasserdichten Packsack geliehen um unsere Wertsachen dortdrin zu verstauen, denn bereits kurz nach Beginn unserer Tour sind wir beim Versuch am Ufer anzulegen durch ungeschicktes Gewichtverlagern umgekippt. Alle Sachen die wir dabei hatten, inkl, Anziehsachen waren nass. Glücklicherweise waren die Wertsachen, Personalausweise und die Kamera wasserdicht verpackt und haben den Tauchgang schadensfrei überstanden. Lediglich unsere Actioncam ist uns zunächst abhanden gekommen, konnte jedoch ein paar Meter flussabwärts von einem netten Mann am Grund des des Flusses aufgespührt werden. Glück gehabt! 

Kajak vom Wasser befreit, Kleidung und Packsäcke neu sortiert und weiter ging die Fahrt. Ein vielfältiges Tierreich konnte aus nächster Nähe betrachtet werden. So kamen wir auf unserer Route an Schwänen, Enten, Fröschen, vielen verschiedenen Fischarten. Störchen und einigen anderen Vogelarten vorbei. Die knapp 25km lange Strecke verlangt der Schulter und Brustmuskulatur einiges ab. Insbesondere durch die brennende Hitze war die Tour, insbesondere die Passagen auf welchen man gegen die Stömung in die zumeist sanften Kurven einlenken muss, anstrengend aber toll. Wir würden jederzeit wieder eine solche Tour machen, gerne auch mehrere Tage am Stück, was hier für uns zeittechnisch leider nicht machbar war. Insgesamt haben wir für die knapp 25km etwa 5 Stunden reine Fahrtzeit benötigt.

Nach der Kajaktour mussten wir uns erneut aufs Fahrrad schwingen und die gesamte Strecke nach Mikolajki am frühen Abend wieder zurückfahren. Wir gönnten uns noch eine Mahlzeit mit einem kalten Bier.

Am folgenden Morgen steht die Fahrt zurück nach Warschau auf dem Plan.

Warschau

Angekommen. Nach rund 5 Stunden Busfahrt sind wir dort angekommen wo unsere Reise begonnen hat: Warschau, die Hauptstadt Polens und eine Stadt die wahrlich als Metropole bezeichnet werden darf. Riesige Gebäude, neben denen man sich hin und wieder fühlt als wäre man eine Miniatur-Figur in einer Welt von Riesen. Gebäude mit bunten Werbereklamen und leuchtenden LED-Bannern, zwischen denen allerdings für eine Großstadt das Leben ziemlich geordnet und strukturiert abläuft. Keine mit Autos überfüllte Straßen, in den meisten Fällen können selbst die großen Straßen zu Fuß mittels Zebrastreifen oder über einen "Underground" (Straßenunterführung) überquert werden. Ein Gebäude was sofort ins Auge sticht ist der Kulturtempel Warschaus. Ein riesiges, aufwendig verziertes Gebäude, welches fast als Palast mit seinem riesigen Hauptturm durchgehen könnte. In diesem befinden sich neben dem Theater und einem Museum auch das Kino Warschaus. Kultureller Sammelpunkt für mediale Kommunikation. Kleine Stände werben auf dem Vorplatz für ihre sozialen Projekte und zeitgleich bietet der Vorplatz mit vielen Bänken Platz zum entspannen und plaudern in der Sonne.

Zum Mittag gab es heute Zapienkanki. Eine Art halbiertes Baguette mit Pilzen und Käse auf dem Boden, welches anschließend mit Zutaten nach belieben belegt wird, anschließend überbacken wird und mit diversen Saucen getoppt wird. Zapienkanki bekommt man überall in Polen für kleines Geld.

Neben dem genannten, etwas neuen Bereich der Stadt haben wir heute ebenfalls einen Ausflug in die Altstadt Warschaus gemacht, welche rund 30 Minuten zu Fuß vom Kulturtempel entfernt liegt. Neben dem Palast und den vielen imposanten Bronzefiguren gibt es viele beeindruckende Sehenswürdigkeiten in der Altstadt zu sehen. Die Altstadt ist auch abends nach Sonnenuntergang ein Platz an dem man sich gerne aufhält. Viele Schausteller bieten auf dem großen Hauptplatz eine Show mit Gesang, Feuer oder Comedy gegen ein kleines Trinkgeld an. Die Straßen sind ungewohnt belebt und dennoch friedlich - man fühlt sich in dieser Region wirklich sicher! Auch in der Dunkelheit! Wir haben in einer kleinen Bar einen Cocktail getrunken und die Atmosphäre der Altstadt mit ihren vielen Menschen auf uns wirken lassen. 

Morgen sind wir bis zum Abflug ebenfalls in Warschau und werden uns die andere Seite der Stadt anschauen und gegen 17 Uhr uns auf den Weg zum Flughafen machen. Tickets für den Bus (Modlinbus) wurden soeben gebucht.

Unsere Route